Oh mei, I und mei heissgeliebter Biergarten!

Oh mei, I und mei heissgeliebter Biergarten!

Manchmal kumm i ned hi, a wenns schee is und manchmal kumm i hi, weil i flüchten muass.
So wars amoi im Summa. Dahoam Lärm, Gerüstaubau, Kreissäge, ois bei den Nachbarn. Do kannst ned arbeiten. Oiso hob i mi auf mei Gazelle [=Radl] gsetzt, weißes Kleid, Sommerwind im Gsicht, zehn Minuten Luftlinie, rüber in den Hirschgarten, an mei Zaun. Laptop auf, die Maß kamm ogflogn, und da Wirt mit da Frage:

„Was machst denn do? Glei regnets!"
had a no gsagt und seine Schirm weida zuagmacht.
 

Und i?
Ja i hob einfach nett glacht und mir erstmal so gor nix dabei dacht!

Und dann is’s kemma. Ned langsam. Ned vorsichtig. Sondern glei mit voller Wucht. Wia als wenn da Himmi a Ventil aufdraht. Ois zam packt und grod no unter der Überdachung grettet. Dann hab i zum Gehege rüberschaut, da is da ganze Platz, in kurzer Zeit, zur Insel worn. Die Tiere ham sich net abschrecken lassn und ihre gloane Hois naufgstreckt und vom Baam owi gessn. Diese Hagellautstärke, diese Riesentropfen. Himmelherrgott, des hod a Wucht ghabt und hod den Duft des Regens zu mir reigweht.
A gloane Regenbrise hab i abkriagt aber bei den Temperaturen, war das gleich wieda trocken und so hab i weiter in mein Laptop neitippt. Irgendwann, als ob's so sei soll, hab i aufgschaut und do sans kemma, zwoa junge Leid, s'Radl in da Hand, pitschnass, ohne jegliche Hektik, hams de Radl einfach fallen lassn, sich dem scheena Gewittermoment ergebm und san in de Pfützn gsprunga. Mit oaner Freid, als gäb’s grad nix Wichtigeres im Lebm.
Und ehrlich: gab's ja ned!

Und do hob i wieder nett glacht und ma dacht:
Ja so schmeckt da Regen im Biergarten, Bazis!

Da Biergarten nämlich, des ist ned nua a Maß und a köstliche Brotzeit. Ned nua Sunn und a wohliger Schatten unterm Kastanienbaam oder am Zaun. Da Biergarten is einfach a Ort, wo ma bleiben darf, a wenns amoi vom Oben kippt, weil do ist imma a Platzal, wo ma si unterstellt, wo ma wart dass rum is, wo ma zuschaut und wo ma merkt, dass ned alles glei vorbei is, bloß weil’s grad wia aus UNIMOGS obischütt.

Im Sommer do is da Regen oft so schee lauwarm, de Kastanien hoitn mehra aus als ma denkt und de Dachlauben is koa Notlösung, sondern Einladung zum do bleibm, zum Verweilen, bis da Sturm rum is,  weil manchmoi, wenn ma ned glei davorennt, trocknet ma schneller, als ma glaubt, außen wia von innen.

Und mei persönliches Geheimnis vom Biergarten im Regen besagt:

"Er zwingt di ned zum gehn, er lasst di einfach do sei, a bei Regen,
mitm Duft in da Nosn, weil nachm Sturm kummt a wieda de Sunn und de Schaumige rum!"

Auf a scheene Biergarten[BLOG]saison 2026, nämlich dann, wenn mia Alle a beim Regen und Tanz do san.

Bussi,
de N.

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